Brennpunkt Bildung

Nachwuchsgruppe der Hans-Böckler-Stiftung zum Thema "Segregierte Quartiere als Bildungsräume?"

Der Rahmen: Segregierte Quartiere als Bildungsräume

Die Promotionsprojekte in der Nachwuchsforschergruppe „Segregierte Quartiere als Bildungsräume“ erforschen Bildungsprozesse aus einer sozialräumlichen Perspektive. Dabei werden Stadtteile und Stadtviertel als durch das praktische Zusammenwirken und -handeln von Menschen, Institutionen und materieller Umwelt hervorgebracht betrachtet, also ganz umfassend als Sozial-Räume verstanden.

Durch die Arbeit der Gruppe sollen vor allem zwei Aspekte grundlegend untersucht werden: Zum einen die Frage danach, welche Rolle sozial- und infrastrukturelle sowie institutionelle Bedingungen von Quartieren bei der Gestaltung von Bildungsprozessen spielen; zum anderen, in welchem Verhältnis Bildung und Sozialraum zueinander stehen. Diesen Forschungsfragen gehen die empirischen Studien der Gruppe auf verschiedenen Ebenen des Bildungssystems und mit Blick auf unterschiedliche Phänomene nach:

Theoretische Grundlage der interdisziplinären Gruppe bildet die Wissenssoziologie. Entstehung, Verbreitung und Wirkung von Wissen werden analysiert und in Verbindung mit den machtanalytischen, ungleichheitstheoretischen und bildungstheoretischen Perspektiven der Arbeiten gebracht. Die Forschungsprojekte der Gruppe sind rekonstruktiv angelegt und arbeiten mit qualitativen Methoden der Sozialforschung. Das Verhältnis von Sozialraum und Bildung wird dabei auf der Ebene des Wissens und Handelns der beteiligten Akteure in Bildungspolitik und -verwaltung, Bildungsinstitutionen und darüber hinaus im Sozialraum untersucht.

Unsere Analysen gehen von sogenannten benachteiligten Quartieren aus. Diese sind in besonderem Maße durch das Aufeinandertreffen von sozio-ökonomischer Benachteiligung und sozialer Exklusion ihrer Bewohner_innen gekennzeichnet. Projektspezifisch werden vergleichende Fallstudien zu weiteren Quartieren angefertigt.